Nach dem Brand

Der zweifellos wichtigste Schritt nach den Rettungs- und Löscharbeiten der Feuerwehr ist die Feststellung und Ermittlung der Brandursache. Die Feuerwehr übergibt hierbei in der Regel den Brandort an den kriminalpolizeilichen Brandermittler.


Da bei einem Brandereignis im Anfangsstadium grundsätzlich eine Straftat nicht ausgeschlossen werden kann, ist die Polizei im Sinne ihres strafprozessualen Ermittlungsauftrages verpflichtet, tätig zu werden.

Ergeben die Ermittlungen den Anfangsverdacht einer Straftat, wird ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft bearbeitet.
Ergeben sich im Verlaufe der Ermittlungen keine Hinweise auf eine Straftat und keine Hinweise auf menschliche Verantwortlichkeiten, ist die Brandsache für die Polizei grundsätzlich erledigt.

Zuständig zur Durchführung kriminalpolizeilicher Brandermittlungen sind im Saarland folgende Dienststellen:

  • der für ihren Wohnort örtlich zuständige Kriminaldienst

 
oder

  • in schwerwiegenden Fällen oder in ihrem Zuständigkeits- und Aufgabengebiet die

 

 

Kriminalpolizeiinspektion

Kriminalkommissariat 1 / Sachgebiet 12

66121 Saarbrücken

 

 


als Fachdienststelle für Brand- und Explosionsdelikte.

Wichtig für die Betroffenen ist in jedem Fall, dass der zuständige Sachversicherer (Gebäude- oder Hausratversicherung) frühzeitig informiert wird. Gegenüber den Versicherungen besteht grundsätzlich eine Anzeige- und Auskunftspflicht.

Ihre weiteren Maßnahmen sollten unbedingt mit dem zuständigen Sachbearbeiter der Versicherung abgesprochen werden. In der Regel wird der genaue Schaden durch einen Sachverständigen der Versicherung aufgenommen. Deshalb ist es wichtig, den Brandort in seinem Urzustand zu belassen. Veränderungen oder frühzeitige Räumungsarbeiten könnten die Arbeit des Sachverständigen erschweren.

Grundsätzlich entstehen bei Verbrennungsvorgängen, insbesondere in Wohnhäusern, giftige Schadstoffe. Rauchgasniederschläge bleiben jedoch in Form von Ruß am abgelöschten Brandort zurück. Diese Rußpartikel setzen sich unter anderem an Einrichtungsgegenständen, Kinderspielzeug, Nahrungsmitteln usw. fest.

Das Einatmen solcher Rußpartikel oder das Verschlucken bei der Nahrungsaufnahme kann somit für die Gesundheit schädlich sein.

Vor dem Betreten einer Wohnung sollte diese nach einem Brand mindestens 2 Stunden lang gut durchlüftet worden sein. Die direkte Gefahr giftiger Schadstoffe ist in erkalteten Brandorten geringer als in noch warmen Brandorten. Arbeiten in Brandorten sollten nur unter Verwendung geeigneter Atemfilter, Einweganzügen und Einweghandschuhen durchgeführt werden. Hierbei gilt es zu beachten, dass der Mensch auch über seine Haut Schadstoffe aufnehmen kann. Ein geeigneter Schutz ist daher dringend notwendig.

Ratschläge ihrer Feuerwehr:

  • Sollten sie ein Unwohlsein verspüren, suchen sie unbedingt einen Arzt auf.
  • Das Betreten der Wohnung sollte vorher mit der Feuerwehr/Polizei abgesprochen sein.
  • Der Aufenthalt in Brandräumen sollte nur von kurzer Dauer sein.
  • Eine Verschleppung von Brandrückständen, wie Ruß oder Asche, in nicht kontaminierte Räume sollte vermieden werden.
  • Nehmen sie zunächst, außer ihren Wertsachen, Dokumente und anderen dringend benötigten Gegenstände, keine anderen Sachen aus den brandbetroffenen Räumen.
  • Kleidung, Kinderspielsachen dürfen nicht mit Ruß behaftet sein. In jedem Fall müssen diese Dinge gründlich gereinigt werden
  • Nahrungsmittel, die nicht in dicht verschlossenen Behältnissen aufbewahrt wurden, dürfen auf keinem Fall verzehrt werden. Dies gilt auch dann, wenn dicht verschlossene Behältnisse mit Wärme oder Rauch in Berührung gekommen sind.