1925 - 1949

1925

Am 20. September 1925 wird in Oberthal "endgültig" laut Beschlussbuch eine freiwillige Feuerwehr mit dem Brandmeister Bollinger gegründet.

Johann Schuch, zentrale Persönlichkeit im Geschehen innerhalb der Wehr während der kommenden Jahrzehnte, ist ebenfalls ein Mann der ersten Stunde. Er gehört zusammen mit Nikolaus Therre und Michel Therre zu den drei Abteilungsleitern. Die Unterführer sind Jakob Steinmetz, Johann Scheid und Johann Rauber. Für die Sanitätsabteilung mit Nikolaus Schön, Johann Burkholz und Jakob Denzer zeichnet Peter Wagner verantwortlich. Ein Deutsches Rotes Kreuz kennt man noch nicht.

So muss beispielsweise jeder Wehrmann den Gegenwert für Helm und Gürtel in Höhe von 20 Franken aus eigener Tasche hinlegen (mehr als ein Bergmannsschichtlohn). Die 20 Franken werden ihm dann später bei einem eventuellen Austritt zurückerstattet. Auch die Röcke werden so beschafft. Als Helme dienen Pickelhauben aus dem 1. Weltkrieg, wobei man die Pickel der Einfachheit halber abgesägt hat. Überhaupt ist militärisches Gehabe und Gepränge in der damaligen Wehr noch sehr gegenwärtig. So tragen die Oberbrandmeister zum Beispiel noch die nahezu echte Leutnantsuniform mit repräsentativem Schleppsäbel. Genauso ist das Exerzieren in den Sälen der Wirtshäuser Michel und Nickel Therre, vor allem während des Winters, strenge Pflicht.

Zur Alarmierung der Wehrmänner bei Ausbruch von Feuer läutet die Glocke und das Horn wird geblasen. Die Aufgabe des Hornblasens übernimmt der Malermeister Johann Meisberger.

 

26. Juli 1926

(Gronig) In Gronig kommt es am 26. Juli 1926 zur Bildung einer Wehr unter Brandmeister Johann Schohl, die bald mit "schwarzen Arbeitsröcken und -mützen" ausgestattet werden und als erste Ausrüstung eine "Hand? und Druckspritze" erhält (siehe Titelbild). Am 26. Juli 1926 lässt der amtierende Amtsbürgermeister der Bürgermeisterei Alsweiler, Wilhelm Staub, die Groniger Pflichtfeuerwehr antreten und legt ihnen die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr nahe. Dieser Aufforderung kommen 30 Männer aus der Gemeinde nach.

 

20. 3. 1927

(Oberthal) Am 20.03.1927 wird der Kreisfeuerwehrverband gegründet. Erst nach Gründung der Sterbekasse des Kreises St. Wendel am 1. Juli 1927 kann die Freiwillige Feuerwehr Gronig zum 1. Januar 1928 ins Leben gerufen werden. Beim ersten Verbandstag der Feuerwehren des Kreises St. Wendel am 24. Juli 1927 treten diesem Verband neun Freiwillige Feuerwehren (St. Wendel, Oberlinxweiler, Niederlinxweiler, Alsweiler, Bliesen, Gronig, Güdesweiler, Marpingen und Oberthal) bei sowie fünf Pflichtwehren (Urexweiler, Baltersweiler, Hofeld, Namborn und Urweiler).

1930

(Oberthal) Ein zweifellos großer Tag für die Wehr ist dann die Übergabe des im Jahre 1930 errichteten Feuerwehrgerätehauses. Immerhin ist das schmucke Backsteingebäude von der Größe her für die heutigen Verhältnisse weit und breit ohne Beispiel.

 

1933

(Gronig) Der Musikverein Harmonie Gronig schließt sich, ohne seine Eigenständigkeit aufzugeben, mit Oberthal zu einer Feuerwehrkapelle zusammen, die überörtliche Bedeutung hat. Diese Amtsfeuer-wehrkapelle wird sehr viel beansprucht.

 

1935

(Oberthal) So wird das Jahr 1935 eines der ereignisreichsten in der Geschichte der Oberthaler Wehr. Über das große, in einem richtigen Festzelt auf dem Sportplatz, abgehaltene Fest hinaus steht endlich der Wehr mit Josef Mörsdorf als Chauffeur ein erstes eigenes Motorfahrzeug, der berühmte alte Benz, zur Verfügung. Das Fahrzeug ist zwar offen und kein direktes Feuerwehrauto, sondern lediglich ein für die Bedürfnisse der Wehr hergerichtetes ganz normales Auto, aber immerhin, man ist motorisiert und kann sich unter Abteilungsleiter August Jung vor allem eine feste Motorspritze zulegen. Erstmals spielte beim Kreisfeuerwehrfest die Feuerwehrkapelle unter Leitung von Robert Schmitz und zwar im Verbund mit dem bereits bestehenden Spielmannszug. Den Höhepunkt erlebt die Kapelle beim Kreisfeuerwehrfest in Oberthal am 29. und 30. Juni 1935. Beide Ortschaften sind stolz auf ihre Feuerwehrkapelle in der blauen Uniform, die von den Gemeinden gestellt werden. Bei vielen örtlichen und überörtlichen Veranstaltungen wirkt die Kapelle bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges mit.

 

1939 - 1945

(Oberthal) Im Jahr 1939 wird schließlich die Wehr mit einem richtigen Feuerwehrauto ausgestattet, dem LF 8 von Mercedes?Benz. Mittlerweile hat der 2. Weltkrieg begonnen, jedoch bleibt die Wehr mit immerhin ca. 35 Aktiven auch während der Kriegsjahre stets voll funktionsfähig. So zum Beispiel kommt es zu Einsätzen beim durch Tiefflieger verursachten Brand des Umspannwerkes an der Bahn-strecke nach Tholey, nach den Luftangriffen in Saarbrücken und Neunkirchen, nach dem Bombenangriff im Herbst 1944 in Gronig, sowie nach dem Bombenangriff im Februar 1945 in Linden.

1939 - 1945

(Oberthal) Im Jahr 1939 wird schließlich die Wehr mit einem richtigen Feuerwehrauto ausgestattet, dem LF 8 von Mercedes?Benz. Mittlerweile hat der 2. Weltkrieg begonnen, jedoch bleibt die Wehr mit immerhin ca. 35 Aktiven auch während der Kriegsjahre stets voll funktionsfähig. So zum Beispiel kommt es zu Einsätzen beim durch Tiefflieger verursachten Brand des Umspannwerkes an der Bahn-strecke nach Tholey, nach den Luftangriffen in Saarbrücken und Neunkirchen, nach dem Bombenangriff im Herbst 1944 in Gronig, sowie nach dem Bombenangriff im Februar 1945 in Linden.

 

1945

(Oberthal) Beim Einrücken der alliierten Truppen am 18. März 1945 wird in den darauf folgenden Tagen das Feuerwehrgerätehaus aufgebrochen, die Motorspritze entwendet, der Mannschaftswagen fast vollständig demoliert. Die Reifen werden abmontiert und alle darin befindlichen Ausrüstungsgegenstände sowie sämtliches Werkzeug gestohlen. Die Täter können nicht festgestellt werden. Da der Krieg nunmehr vorüber ist, muss auch die Feuerwehr wieder neu aufgebaut werden. Wie nun der Neuaufbau durchgeführt werden soll, wird behördlicherseits noch bekannt gegeben. Trotz alledem ist die Wehr auch noch in der Lage, jede Brandbekämpfung vorzunehmen. Viele Mitglieder befinden sich noch in Gefangenschaft. Einige Wehrmitglieder sind auch noch als vermisst gemeldet. Somit kann eine genaue Feststellung der Verluste innerhalb der Wehr noch nicht getroffen werden.

 

1946

(Oberthal) Nachdem eine Liste über das Vorhandensein von Uniformstücken bei den Mitgliedern durchgelaufen ist, kann festgestellt werden, wie viele Röcke, Mützen, Helme und dergleichen noch da sind. Es sind noch vorhanden: 14 Röcke, 22 Arbeitsröcke, 11 Ledergürtel, 21 Stoffgürtel, 16 Helme, 19 Mützen Gleichzeitig sollen alle 48 Wehrmänner eine schriftliche Erklärung abgeben, in der sie bestätigen, dass sie weiterhin Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr sein wollen. Es haben sich 30 Mann bereiterklärt, auch weiterhin Mitglied zu bleiben Zwar ist die Feuerwehr von der heute üblichen sogenannten Entnazifizierung ausgeschlossen und somit für viele ehemaligen Anhänger des Nazi-Regimes recht attraktiv, nur will aus den gemachten Erfahrungen heraus keiner der 18 Ausgetretenen wieder eine Uniform anziehen. Selbst langgediente Feuerwehrleute treten allein aus diesem Grunde aus.

Gefallen sind während des Krieges:
Kunz Adolf, Weirich Hermann, Backes Ewald, Meisberger Robert, Haab Josef, Federkeil Albert

In Gefangenschaft befinden sich noch:
Kirch Jakob, Hoffmann Reinhold, Veterol Hugo, Müller Reinhold, Bouillon Bernhard

 

05.12.1948

Durch die Ortsschelle wird bekannt gemacht, dass sich einige junge Männer melden sollen, die in die Feuerwehr eintreten wollen. Die Namen der Gemeldeten werden bekanntgegeben und die Mitglieder geben ihre Zustimmung für die Aufnahme.

Rauber Ernst, Schuch Jakob, Böing Heinz, Zimmer Johann, Backes Alois, Görke Edgar, Klein Peter, Mörsdorf Hans, Rauber Raimund, Kiefer Josef, Stutz Friedrich, Will Peter, Bouillon Paul, Scheid Paul, Gebel Rudolf