1950 - 1974

1952

(Gronig) So steht in einem Brandbericht vom 18.07.52 zu lesen, dass 15 Wehrmänner einen Dachstuhlbrand in der Schäferstraße, nach einer Alarmierungszeit von nur 5 Minuten, innerhalb von 20 Minuten gelöscht haben.

 

1953

(Gronig) Die Personalstärke beträgt zum 1.01.1953 insgesamt 30 Feuerwehrleute, was die hohe Einsatzbereitschaft verdeutlicht. Am 24.01.1953 werden 15 Wehrleute zu einem Einsatz in Oberthal beim Autobrand des Helmut Holzbach alarmiert.

 

1958

(Gronig) Im Jahre 1958 entsteht für die Feuerwehr eine sehr ungewöhnliche Situation. Im Feuerwehrhaus, das zu diesem Zeitpunkt noch an der Einmündung der heutigen Brunnenstraße in die Mombergstraße steht, ist vermutlich wegen eines Kurzschlusses in der Sirenenanlage ein Brand entstanden. Schnell breitet sich das Feuer im hölzernen Turm aus und die Wehrmänner sind gezwungen, ihre eigene Unterkunft zu retten. Doch die Tage des alten Gerätehauses sind gezählt. Die technische Ausrüstung und die Stärke der Wehr haben inzwischen einen Stand erreicht, dessen Anforderungen das Gebäude nicht mehr gewachsen ist. Weiterhin ist durch die geplante Anschaffung des 1. Löschfahrzeuges der Freiwilligen Feuerwehr Gronig die Erbauung eines neuen Gerätehauses dringend notwendig.

1960

(Oberthal) Zwischenzeitlich wird im Jahre 1960 der neue LF 8, ein modernes, leistungsfähiges Fahrzeug in Dienst gestellt. Nikolaus Dewes wird das Feuerwehrehrenkreuz in Silber verliehen

(Gronig) Die Arbeiten zum Bau des Gerätehauses beginnen 1960 und bald darauf kann die Wehr feierlich ihre neue Unterkunft in der Jakobstraße beziehen.

 

1963

(Gronig) Die Anschaffung eines Kraftfahrzeuges dagegen verzögert sich bis 1963. In diesem Jahre kann das Fahrzeug endlich von einigen Wehrkameraden auf dem Werksgelände der Ford Werke in Karlsruhe abgeholt werden. Eingebaut in diesen Ford Transit wird dann die schon vorhandene Feuerlöschkreiselpumpe aus dem Jahr 1956. Sie soll noch viele Jahre das Herzstücke der Brandbekämpfung in unserem Löschbezirk bilden. Durch das neue Fahrzeug wird es den Wehrmännern möglich, ihre Aufgaben schneller und damit effektiver zu bewältigen.

 

1964

(Gronig) Der Einsatz der Feuerlöschkreiselpumpe wird allen Beteiligten im Juli 1964 vor Augen geführt, als bei einem Waldbrand in einer Fichtenschonung am "Blosenberg" Fahrzeug und Pumpe zum Einsatz kommen.

 

1964

(Oberthal) Das Feuerwehrehrenkreuz in Gold wird Nikolaus Dewes verliehen.

 

1965

(Oberthal) Übung mit schwerem Atemschutzgerät zur Bergung von Brand- und Rauchverletzten. Bei der Großen Schauübung der Feuerwehr in Bliesen, bei der über 120 Wehrmänner aus sieben Wehren im Einsatz sind, wird auch mit schwerem Atemschutzgerät gearbeitet. Eingesetzt wird auch das Bliesener Rot Kreuz, das die Verletzten nach ihrer Bergung durch die Feuerwehr behandelt.

 

1966

(Gronig) Im Jahre 1966 erhält die Freiwillige Feuerwehr Gronig ihre ersten Atemschutzgeräte und ist damit nun in der Lage wirkungsvolle Innenangriffe durchzuführen. Die Geräte sind besonders heute unbedingt erforderlich, um den Angriffstrupp vor Atemgiften zu schützen, die bereits bei sehr kleinen Bränden moderner Kunststoffe entstehen. Heute sind in unserem Löschbezirk insgesamt 4 solcher Atemschutzgeräte im Einsatz.

 

1969

(Gronig) Die Feuerwehr schützt nicht nur die Dorfgemeinschaft, sondern beteiligt sich auch aktiv am Gemeindeleben. So erbauen im Jahre 1969 Feuerwehrmänner auf der Kapellenwiese in den Sommermonaten eine Schutzhütte, in der noch zahlreiche Feste gefeiert werden sollen.

Zu Einsätzen werden sie im Berichtszeitraum in sechs Fällen alarmiert. Ein Brandeinsatz bei einem Sägewerk, Flächenbrände, ein Autobrand, ein Kabeleinsatz und die Inanspruchnahme anlässlich einer Explosion und bei einer Kellerüberflutung haben die Schlagkräftigkeit der Wehr, die insgesamt 670 Stunden im Einsatz war, bewiesen. Ihr gehören augenblicklich 25 aktive Mitglieder und der Altersabteilung 24 Mitglieder an.

23.04.1970

"Ich habe nichts Übernatürliches geleistet, sondern nur meine Pflicht getan." Mit diesen Worten bedankt sich Nikolaus Dewes aus Oberthal für das Bundesverdienstkreuz am Bande, das ihm im Auftrag des Bundespräsidenten von Landrat Werner Zeyer im Landratsamt in St. Wendel überreicht wird. Dewes erhält das Bundesverdienstkreuz in Anerkennung seiner Verdienste um das Handwerk, sowie um die Feuerwehr im Kreis St. Wendel.

Bei der Hochwasserkatastrophe am 13. und 14. Mai 1970 in Saarbrücken kommt die Oberthaler Wehr ebenfalls zum Einsatz. Gegen 0.30 Uhr wird der ehemalige Wehrführer Dewes und Bürgermeister Held telefonisch von Amtswehrführer Backes alarmiert. Es gelingt, binnen kurzer Zeit die benötigten Wehrmänner ohne Betätigung der Sirenen zu alarmieren und nach Saarbrücken in Marsch zu setzen.

 

30.10.1970

Der erste Alarm, der über die neue Alarmanlage der Oberthaler Feuerwehr läuft, gilt der Jahresabschlussübung. Die Übung findet am Samstagnachmittag unangekündigt am landwirtschaftlichen Anwesen Rudolf Gebel in der Nähe der Schwimmbadstraße statt. Die neue Alarmanlage, an die drei Sirenen in verschiedenen Ortsteilen angeschlossen sind, wurde vor wenigen Wochen installiert und tritt an die Stelle der veralteten bisherigen Anlage. Wehrführer Paul Scheid nimmt sie durch den Übungsalarm sozusagen "offiziell" in Betrieb.

 

03.08.1973

(Oberthal) Die Jugendfeuerwehr Oberthal wird am 03.08.1973 in Anwesenheit des Bürgermeisters Gilbert Korzilius, Kreisjugendwart Josef Finkler und Wehrführer Paul Scheid mit 20 Jugendlichen im Saale Ernst Rauber gegründet.

 

04.07.1973

(Oberthal) Haushohe Flammen zerstören Sägewerk
Fast gleichzeitig mit dem Gewitter, das sich durch Donner und Blitz ankündigt, schreckt das Sirenengeheul die Ortsbewohner aus ihrer sommerlichen Gelassenheit. Von keiner Stelle aus braucht man lange herumzuhorchen, um den Grund der Alarmierung zu erfahren. Fast von überall her ist eine 30 bis 40 Meter hohe dunkle Rauchwolke zu sehen, die den Brandherd anzeigt. Die Brandsirene ruft die Wehrmänner zum Sägewerk Günter Schwingel in der Hauptstraße.

 

06.09.1973

(Oberthal-Gronig) Letzte Übung der Amtswehr
Im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform werden die Amtswehren aufgehoben. Bei der Neugliederung erfolgt die Einteilung in Löschbezirke. Die Großgemeinde Oberthal bildet die Löschbezirke Oberthal, Gronig, Güdesweiler und Steinberg-Deckenhardt. Oberthal wird zum Feuerwehrstützpunkt erklärt, d. h. die Wehr ist im Vergleich zu den Wehren der umIiegenden Gemeinden wesentlich besser ausgerüstet, um so gegebenenfalls auch überregional eingesetzt werden zu können. Zum Gemeindewehrführer der neugeschaffenen Einheitsgemeinde Oberthal wird Erich Nilles aus Güdesweiler gewählt. Die Leitung des Löschbezirkes Oberthal übernimmt der Löschbezirksführer Paul Scheid, für Gronig wird Erwin Brachmann Löschbezirksführer. Das Hauptanliegen der Freiwilligen Feuerwehr Oberthal dürfte im Moment zweifellos der Neubau des dringend benötigten neuen Gerätehauses sein. So könnte man endlich über das eine benutzte Fahrzeug hinaus den bereits zugeteilten Tankwagen sowie den in Güdesweiler untergestellten Schlauchwagen ordnungsgemäß unterbringen.